Wir reisen rückwärts
Am Gehweg sitzt eine Person auf der Bordsteinkante.
Sie trägt einen schwarzen Hosenanzug, sie blickt in die Ferne…
…aber was sie über ihre Reisen schreiben, bewegt sich auf kolonialen Routen. Ihre Faszination mit
einer ” Fremde”, die nicht Europa ist, prägt noch heute stereotype Bilder vom Osten.
Gibt es ein weibliches Schreiben? Nein.
es wird aber unter anderen Bedingungen, unter anderem Druck produziert und bewertet.
Deswegen bleibt auch die Rolle europäischer Schriftstellerinnen im Kolonialismus unsichtbar.
Schreiben als politische Praxis. Als ein in die Öffentlichkeit treten.
who is a writer
Kein Hemingway, kein Kerouac, keine namenlose Affäre eines berühmten Dichters
kein Iqbal
Aber auch kein sogenannter “ trauriger Engel“.
(Ich bin) eine Frau oder (k)eine Frau, weil sie Frauen liebt.
(Ich bin) Eine Frau die über andere Frauen schreibt,
eine Frau, die nicht (von einer Frau) gerettet werden muss
Wir gehen an Fenstern vorbei
hinter manchen brennt Licht
welche Geschichten werden an Küchentischen erzählt?
the diary as feminist genre
was ist in deiner Hosentasche? in den Taschen der anderen? Schlüssel, Geldstücke und Scheine, ein
zerknäultes Taschentuch…
ein Handy. Darin, verliere ich mich – im Internet scrolling, strolling, schweife ich ab, durch
unendliche Sphären und begegne, schon wieder, Autor*innen, die ein Pseudonym verwenden, weil
sie nicht ernst genommen werden, es gefährlich für sie wird.
Ich möchte mir das Recht behalten, nicht zurück lächeln zu müssen.

